
Sondermüllentsorgung in Berlin, sortiert und sauber organisiert
- Abgabe bei Annahmestellen
- Vorab geklärt, was geht
- Sortiert nach Stoffgruppen
Überblick
In fast jedem Berliner Keller steht ein Regal mit Resten: halbvolle Farbeimer von der letzten Renovierung, Lackdosen, Holzschutzmittel, Rostlöser, Pflanzenschutzmittel vom Balkon, Spraydosen und eine Kiste mit alten Batterien. Wer eine Wohnung auflöst oder einen Keller räumt, steht irgendwann davor und weiß nicht, was davon wohin darf. Diese Stoffe gehören nicht in den Hausmüll und nicht in den Sperrmüll.
Bei der Sondermüllentsorgung in Berlin sind wir ehrlich: Wir sind kein Spezialbetrieb für gefährliche Abfälle. Was wir tun, ist Folgendes: Wir erfassen die Stoffe bei der Räumung, sortieren sie nach Art, verpacken sie sicher und organisieren die Abgabe über zugelassene Annahmestellen oder die Schadstoffsammlung. Bei Stoffen oder Mengen, die ein Spezialbetrieb übernehmen muss, klären wir das vorab mit Ihnen.
Deshalb fragen wir vor jedem Termin genau nach, was vorhanden ist. Fotos vom Regal oder der Kiste genügen meist, damit wir einschätzen können, welcher Weg für welche Dose richtig ist. Oft ist Sondermüll nur ein kleiner Teil einer größeren Räumung von Keller, Garage oder Wohnung. Dann erfassen wir die Stoffe getrennt vom übrigen Hausrat und nehmen den Rest im selben Termin mit.
Typische Situationen
Kellerregal nach Jahrzehnten
Bei einer Haushaltsauflösung oder Nachlassauflösung finden sich oft Dosen, deren Etiketten kaum noch lesbar sind. Wir öffnen nichts unnötig, stellen die Behälter aufrecht in Kisten, trennen Farben von Chemikalien und notieren, was wir nicht zuordnen können. Unbekannte Stoffe werden nicht einfach mitgenommen, sondern mit Ihnen besprochen.
Renovierungsreste in der Mietwohnung
Nach dem Auszug stehen im Abstellraum Wandfarbe, Tiefengrund, Silikonkartuschen und ein Kanister Verdünner. Eingetrocknete Dispersionsfarbe ist meist unproblematisch, flüssige Lacke und Verdünner dagegen nicht. Wir sortieren das vor Ort, damit jede Sorte auf dem richtigen Weg landet und die Wohnung sauber übergeben werden kann.
Hobbywerkstatt oder Garage
Wer jahrelang an Autos, Fahrrädern oder Möbeln geschraubt hat, sammelt Öle, Bremsflüssigkeit, Beizen und Lösemittel. Solche Werkstätten räumen wir zusammen mit Werkzeug und Metall. Größere Mengen oder gewerbliche Herkunft können einen Spezialbetrieb erfordern. Das klären wir, bevor wir den Termin festmachen.
Was als Sondermüll gilt und was nicht
Sondermüll ist kein Rechtsbegriff mehr. Im Abfallrecht spricht man von gefährlichen Abfällen, im Haushalt meist von Schadstoffen. Gemeint sind Stoffe, die giftig, ätzend, brennbar oder umweltgefährdend sind: lösemittelhaltige Lacke, Verdünner, Säuren, Laugen, Pestizide, Altöl, quecksilberhaltige Thermometer. Erkennbar sind viele an den Gefahrenpiktogrammen auf dem Etikett, also den rot umrandeten Rauten mit Flamme, Totenkopf oder Ätzsymbol.
Nicht alles, was im Farbregal steht, ist Sondermüll. Vollständig eingetrocknete Dispersionsfarbe ohne Gefahrenkennzeichnung gilt in Berlin in der Regel als Restabfall, leere und restentleerte Dosen gehören in die Wertstoffsammlung. Flüssige Reste gehören nie in den Ausguss oder die Toilette, und lösemittelhaltige Produkte sollten Sie nicht offen austrocknen lassen. Im Zweifel gilt: getrennt halten und nachfragen.
Wie die Abgabe in Berlin funktioniert
Private Haushalte in Berlin können Schadstoffe in haushaltsüblichen Mengen bei der Schadstoffsammlung der BSR abgeben, entweder an bestimmten Recyclinghöfen oder am Schadstoffmobil. Batterien nimmt außerdem der Handel zurück, der Batterien verkauft. Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen sind Elektroaltgeräte und werden über die Sammelstellen für Elektrogeräte erfasst. Welche Stellen welche Stoffe annehmen, veröffentlicht die BSR selbst.
Bei größeren Mengen, bei Stoffen aus gewerblicher Nutzung oder bei besonders gefährlichen Stoffen wie Asbest, Quecksilber in größerer Menge oder unbekannten Chemikalien reicht die Haushaltssammlung nicht aus. Dann muss ein zugelassener Spezialbetrieb die Stoffe übernehmen. Wir sagen Ihnen vorab, ob das bei Ihnen der Fall ist, und helfen dabei, den richtigen Weg zu finden.
Was Sie vor der Räumung tun können
Lassen Sie alle Behälter verschlossen und in ihrer Originalverpackung. Füllen Sie nichts um und mischen Sie keine Reste zusammen, auch nicht, um Platz zu sparen. Manche Stoffe reagieren miteinander. Stellen Sie auslaufende Gebinde in eine Wanne oder einen Eimer. Fotografieren Sie das Regal so, dass die Etiketten erkennbar sind, und schicken Sie uns die Bilder mit der Anfrage. Damit können wir am besten einschätzen, welche Wege nötig sind.
Was kostet die Sondermüllentsorgung?
Bei Schadstoffen hängt der Aufwand davon ab, was genau vorhanden ist und über welchen Weg es abgegeben werden kann. Haushaltsübliche Farbreste und Batterien sind etwas anderes als ein Werkstattkeller mit Kanistern unbekannten Inhalts. Deshalb erstellen wir das Angebot erst, wenn wir die Stoffe auf Fotos oder vor Ort gesehen haben. Der Preis steht fest, bevor wir anfangen. Wird ein Spezialbetrieb gebraucht, sagen wir Ihnen das vorher.
Wie wir Preise berechnenDas beeinflusst den Preis
- Art der Stoffe und ihre Gefahrenkennzeichnung
- Menge und Zahl der Gebinde
- Zustand der Behälter, etwa auslaufend oder unbeschriftet
- Herkunft aus Haushalt oder Gewerbe
- Ob ein Spezialbetrieb eingebunden werden muss
- Kombination mit einer Räumung von Keller oder Wohnung
So läuft die Sondermüllentsorgung ab.
- 1
Fotos schicken oder anrufen
Über das Formular, per WhatsApp oder am Telefon. Ein paar Fotos pro Raum sagen uns mehr als jede Beschreibung.
- 2
Einschätzung und Angebot
Wir schätzen den Aufwand anhand der Fotos oder sehen uns das Objekt vor Ort an. Danach liegt ein klares Angebot auf dem Tisch.
- 3
Räumen, trennen, entsorgen
Wir tragen heraus, bauen ab, trennen nach Material und bringen alles zu zugelassenen Annahmestellen.
- 4
Besenrein übergeben
Zum Schluss wird ausgefegt. Sie übernehmen einen leeren Raum, bereit für Vermieter, Käufer oder Nachmieter.
Sondermüllentsorgung anfragen
Fünf kurze Schritte, Fotos sind freiwillig. Sie bekommen ein Angebot, bevor irgendetwas getragen wird.
Fragen zur Sondermüllentsorgung
Nehmen Sie Sondermüll einfach mit?
Nicht ungefragt. Wir klären vorab, welche Stoffe dabei sind und über welchen Weg sie abgegeben werden können. Haushaltsübliche Farben, Lacke, Reiniger und Batterien sammeln wir bei einer Räumung, verpacken sie sicher und organisieren die Abgabe. Bei unbekannten Stoffen, großen Mengen oder besonders gefährlichen Materialien muss ein Spezialbetrieb ran. Das sagen wir Ihnen dann offen.
Darf ich eingetrocknete Farbe in den Hausmüll geben?
Vollständig eingetrocknete Dispersionsfarbe ohne Gefahrensymbol darf in Berlin in der Regel in den Restmüll. Flüssige lösemittelhaltige Lacke, Lasuren und Verdünner sind dagegen Schadstoffe. Schauen Sie auf das Etikett: Sind Gefahrenpiktogramme abgebildet, gehört die Dose zur Schadstoffsammlung. Wenn Sie unsicher sind, legen Sie sie beiseite, wir sortieren das bei der Räumung.
Was passiert mit alten Batterien und Akkus?
Batterien und Akkus dürfen nicht in den Hausmüll, weil sie Schwermetalle enthalten und beschädigte Lithium-Akkus Brände auslösen können. Kleben Sie bei Lithium-Akkus die Pole ab und lagern Sie beschädigte Akkus getrennt. Bei einer Räumung sammeln wir Batterien in eigenen Behältern und geben sie an Rücknahmestellen ab. Größere Akkus, etwa aus E-Bikes, sprechen Sie bitte vorher an.
Nehmen Sie Gasflaschen mit?
Gasflaschen gehören grundsätzlich zurück an den Händler oder Befüller, weil es sich meist um Pfand- oder Tauschflaschen handelt. Einwegkartuschen, etwa von Campingkochern, müssen vollständig entleert sein, bevor sie entsorgt werden. Wenn bei einer Räumung Gasflaschen auftauchen, legen wir sie beiseite und besprechen mit Ihnen den Weg. Mitgenommen werden sie nur, wenn die Abgabe geklärt ist.
Übernehmen Sie auch Schadstoffe aus Betrieben?
Gewerbliche Abfälle unterliegen strengeren Nachweispflichten als Haushaltsabfälle, und die Schadstoffsammlung der BSR richtet sich an Privathaushalte. Bei einer Gewerbe- oder Büroauflösung erfassen wir die Stoffe und klären mit Ihnen, welcher zugelassene Entsorger sie übernimmt. Die Sondermüllentsorgung in Berlin für Betriebe läuft deshalb immer mit Vorabklärung, nie spontan beim Räumen.
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Aus dem Ratgeber
Fangen wir mit ein paar Fotos an.
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